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Samstag, 26. Oktober 2013

Mehr Herbst und Credo

Da ich jede Woche eine  Postkarte an meine Oma verschicke, habe ich einen unglaublich hohen Bedarf an Postkarten. Außerdem schicke ich sie dann auch anderen Menschen, die ich mag. Gerne gestalte ich Postkarten auch selbst, lasse eigene Photos als Postkarte drucken etc, um einfach etwas noch persönlicheres zu verschicken als bunt bedruckten Karton - den ich übrigens auch sehr schätze und gerne kaufe.

Diesmal sollte es herbstlich werden. eigentlich wollte ich die bunten Blätter, die ich auf Spaziergängen sammelte, sinnvoll verwenden. Diese wurden daher in dicken Büchern getrocknet und "verarbeitet".


Auf bunten Karton wurde ein Buchblatt geklebt - es handelt sich hierbei um ein eher wertloses antiquarisches Buch, das ich zum Basteln verwende. Die Seiten sind etwas dick, daher geht damit Postkartenbasteln ganz gut. Auch ist das Papier bereits etwas vergilbt und auf manchen Seiten finden sich bunte Unterstreichungen oder handschrifliche Notizen in Sütterlin, was einen interessanten Effekt haben kann. Ich mag das ziemlich gerne.


Auf das Blatt wurden dann die bunten Blätter geklebt - Anordnung ist willkürlich. Damit das Ganze beim Versand nicht auseinander fällt - was vermutlich geschehen würde, wurde es mit einer klaren Klebefolie fixiert. Diese schlage ich immer um ein paar mm um (ca. 5, damit es auf der anderen Seite kleben bleibt), so sind auch die Ränder der Postkarte geschützt. Natürlich sollte man sich bewußt sein, daß dieser Rand auf der anderen Seite nicht beschriftet werden kann, daher sollte man keinen zu breiten Rand lassen.

Als Variation habe ich noch einen anderen Hintergrund gewählt. Es handelt sich hierbei um eine Eintrittskarte zur Ausstellung "Credo" in Paderborn, die bald wieder vorbei ist. Das Motiv gefiel mir gut und ich habe das Gefühl, daß es gut zur Farbe der Blätter paßt. Hier kann man durch die ausgestanzten Sternchen die Farbe des Kartons sehen, den ich für alle diese Postkarten ausgewählt habe: Lila. (Die Sterne wurden beim Eintritt in die Teilausstellungen ausgestanzt und sind nicht von mir hinzugefügt - alles Original.) So kann ich nicht nur berichten, daß ich in der Ausstellung war, sondern meiner Oma ein wenig davon "zeigen".


Natürlich kann man jegliche Hintergründe und Blätterarrangements verwenden.

Man sollte mehr Postkarten schreiben - schließlich freuen sich alle, welche zu erhalten!

Montag, 19. Dezember 2011

Etwas Wahnsinn zwischendurch

Ach, ich Wahnsinnige! Die ganze Zeit - und da irrt man sich, wenn man glaubt, daß ich zu viel hätte - suche ich nach Dingen, die mich faszinieren, die ich irgendwo sah und die ich basteln will, weil Kaufen ja nicht geht, dann hat es weniger Charme und überhaupt.
Daher werden alle Geschenke gebastelt, gestrickt, bemalt und geklebt. Zum Glück gefällt es den Beschenkten - sie mögen "Liebhaberstücke" (also das, was alle anderen als seltsam und vielleicht häßlich empfinden).

So entstand vor einigen Tagen eine Schatulle für die Freundin, die einen Teil der Maschenmarkierer bekommt (und diese ist bereits verschenkt), neben einem Hörbuch Piggeldy und Frederick.

Die Kolleginnen erhalten Stulpen (die müssen die Tage noch fertiggestrickt werden!!!) und meine Schwester ebenso. Zum Glück ist meine Oma genüsam und strickt selbst, daher bekommt sie Wolle (in wundervollen Frühlingsfarben, weil ich es nicht erwarten kann, bis die Welt wieder bunt ist).

Was ich sonst so mache? Da kramte ich doch ein paar Perlen aus und machte mir Ohrhänger:

Eulen

Weil sie ja besonders sein müssen (und ich nicht alles vertrage, mit Chirurgenstahl bin ich aber vollends zufrieden!). Hier ein weiterer Teil der "Sammlung":

Ohrhänger

Die Münze in der Mitte ist aus der Sammlung meines Opas und dazu noch aus meinem Geburtsjahr. Ich liebe meinen Opa. Das Medallion ganz rechts war ein Geschenk meiner katholischen Religionslehrerin und ist ein geweihtes aus Lourdes, das sie mitbrachte. (Übrigens würde ich gerne dorthin pilgern...)

Wie man sieht, will ich ziemlich viel... Was ich nun neuerdings will? Per Zufall fand ich Cabochons und Fassungen bei DaWanda und bestellte mir ein Paar. (Bei den Hängern bin ich unsicher, ob ich sie vertragen werde, allerdings wollte ich das unbedingt ausprobieren! Ansonsten verschenke ich sie wohl an meine Schwester und eine Freundin, die keine Verträglichkeitsprobleme haben.) Wenn diese Bestellung ankommt, werde ich berichten - und vermutlich basteln. Ich freue mich wahnsinnig...

Und nun weiter ans Stricken... Die Stulpenbilder werden folgen.

Dienstag, 15. November 2011

Eine Strickgeschichte

Erstaunlich war es für mich festzustellen, daß jeder, der strickt, auch mindestens eine Strickgeschichte zu erzählen hat. Eine ungewöhnliche Begegnung, erstaunliche Ereignisse und dergleichen. Erst am Wochenende saßen meine Oma, meine Tante, meine Mutter und ich in kleiner Runde am Tisch, tranken Tee und zeigten das frisch von der Nadel gefallene, um Tipps, Anregungen und Kritik zu erhalten. Man strebt schließlich immer nach Verbesserung.

Da begannen meine Tante und meine Mutter "Strickgeschichten" zu erzählen. Beides waren Begegnungen während ihrer Schulzeit. Eine Mitschülerin meiner Tante, ein Mädchen aus armen Verhältnissen, deren Mutter Alkoholikerin war, strickte immer. Sie besaß nur wenige gestrickte Kleider. Nach Mode nahm sie sich ein Wochenende frei und machte aus einem Kleid einen Rock, der Pulli änderte sich auch von Mal zu Mal. Immer dieselbe Wolle, die sie dafür verwendete. (Wenn ich mir überlege, wie sehr es viele graut ein fertiges, gefallendes Stück wieder aufzutrennen...) Auch im Unterricht saß das Mädchen ab und an und strickte blind mit den Händen unter dem Tisch. Ihre Noten waren dabei nicht schlecht. Zu dieser Zeit besaß meine Tante einen Pulli in Bordeaux und diese Mitschülerin frug sie, ob sie sich diesen nicht übers Wochenende ausleihen kann. Meine Tante sagte zu und das nächste Mal tauchte diese Mitschülerin mit einem Rock, der mal ein Kleid gewesen ist, und dem Pulli meiner Tante auf, es paßte perfekt! Als der Pulli nach mehreren Wochen noch immer nicht zurück kam, schnappten sich ein paar Freundinnen meiner Tante und hielten das Mädchen fest, während eine ihr den Pulli auszog. Meine Tante selbst hatte sich nicht getraut, sie auf den Pulli anzusprechen, ihn ganz zu überlassen ging auch nicht - "man hatte ja selbst nichts".

Mädchen, die so schnell, sicher und bewußt stricken konnten, waren wohl nicht selten, auch meine Mutter machte solch eine Begegnung, ebenfalls ein Mädchen, das ihre Kleider als Wollknäul benutzte und sie ständig umstrickte, nur um nicht immer dasselbe tragen zu müssen. Meine arme Schneidermutter saß während ihrer Ausbildung nächtelang wach und nähte Aufträge, um wenigstens so das Geld für das karge Essen zu verdienen. - Es gab ja wirklich nichts.

Meine Strickgeschichte ist weniger spannend. Als eine Studentin, die auch Zeit im Zug verbringt, stricke ich auch dort. Meist sind es einfache Sachen, bei denen ich nicht viel zählen muß und das Muster auswendig kenne. Ein Mal saß ich in einem Vierersitz in der Bahn und strickte vor mich hin. In den Vierersitz neben mir setzte sich eine junge Dame (na gut, sie war vielleicht 3-4 Jahre jünger als ich). Sehr genau beobachtete sie mich von der Seite. Nach einigen Minuten stand sie auf und kam rüber. Sie frug, ob sie sich zu mir setzen dürfe. Ja, natürlich. Wenn es sie interessiert, verwehre ich ihr dieses Vergnügen nicht. Als sie mir gegenüber saß, sah sie mir noch genauer auf die Hände. Das ist wirklich das erste Mal, daß mir das passierte.
Dann begann sie zu erzählen. Weinend erzählte sie von ihrer Mutter in Rumänien, die sie schon seit Jahren nicht gesehen hatte, jedoch furchtbar liebt und vermißt. Und jetzt, als sie mich stricken sah, erinnerte es sie an ihre Mutter, die auch immer strickt. Das arme Mädchen tat mir sehr leid. Den Rest der Zugfahrt sprachen wir über die gute Mama in Rumänien...


Vermutlich hat jede Strickerin so ihre Strickgeschichte. Es würde mich freuen, wenn ich sie lesen dürfte... Vielleicht auch bloggen? Oder kommentieren? Ich bin gespannt.

Nun aber ruft das Bett. Gute Nacht liebe Welt.

Eure M.A.